Slawa Hübner • 10. Juni 2024

Medaillenglück und Verletzungspech für SC Rhein-Nahe

Die Deutsche Meisterschaft 2024 im Kickboxen der WAKO Deutschland wurde am ersten Juniwochenende ausgetragen. Die Sportlerinnen und Sportler mussten sich im Vorfeld in ihren eigenen Landesverbänden bei den Landesmeisterschaften qualifizieren und nur die vier erstplatzierten Athleten jeder Gewichtsklasse konnten sich eine Teilnahme an der DM sichern. Austragungsort in diesem Jahr war die Stadt Hamburg. Insgesamt gab es im Kampf um die Titel 662 Anmeldungen von 117 Teams. Der Sportclub Rhein-Nahe e.V. war mit fünf Anmeldungen vertreten.

 

Theresa Pekrul aus Münster-Sarmsheim startete morgens in der Klasse Junioren bis 55 kg im Leichtkontakt und Pointfight. Sie gewann alle Vorkämpfe durch technische Überlegenheit und zog souverän ins Finale ein. Die Finalkämpfe waren auf den Nachmittag gelegt worden.

 

Der jüngste mitgereiste Kämpfer des SC, Constantin Zwiegela aus Waldalgesheim startete in der Klasse Older Cadets im Leichtkontakt über 69 kg. Bei seinem ersten DM-Start gelang ihm der Sieg im Auftaktkampf gegen Luca Feil vom Budo Sport Nord e.V. Mit vollem Selbstvertrauen ging es in den nächsten Kampf gegen einen starken Salahudin Grbovic von der Kampfkunstschule Lopez, dem er leider unterlag, sich somit den respektablen 3. Platz bei der DM gesichert hatte.

 

Luca Romano aus Bad Dürkheim, Rheinland-Pfalz-Meister im Leichtkontakt kämpfte in eben jener Disziplin und im Pointfight bei den Junioren, jeweils in der Gewichtsklasse bis 69 kg. Für Luca war es auch die erste DM auf einem Turnier der WAKO Deutschland. Im ersten Kampf in der Disziplin Leichtkontakt gab sein Gegner Rene Fuchs von der Kampfkunstschule Lopez nach einer Runde auf. Danach ging es gegen Raed Salame von Tan Gun Sports e.V. auf die Matte. Beide Kämpfer gaben konditionell ihr Bestes über die volle Distanz. Luca hatte gute Chancen den Kampf für sich zu entscheiden, verpasste aber auf Grund eines späten Minuspunkts schlussendlich den Einzug ins Finale. Nahtlos stand im Anschluss für ihn der Wettbewerb im Pointfight an. Noch sichtlich verausgabt durch den intensiven Kampf davor, trat er gegen Eric Hanke vom Kickbox Team Eberswalde an, setzte sich trotz des konditionellen Kraftakts jedoch mit 9:6 durch und durfte um den Meister-Titel fighten.

 

Am Nachmittag folgten dann die Titelkämpfe. Luca trat im Pointfight gegen Quentin Marx an und Theresa wurde gegen Josina Bosau auf die Matte geschickt.

 

Luca kämpfte im Finale fast zeitgleich mit Theresa auf einer anderen Matte und musste wegen der zeitlichen Überschneidung dankenswerter Weise von Mesut Celik vom Budo Sport Nord e.V. betreut werden. Seinem Gegner Quentin Marx wurde unter anderem wegen seiner Erfolge bereits der Titel „Sportler des Jahres“ verliehen. Doch Luca ließ sich davon nicht beeindrucken und gewann mit 11:8 den DM-Titel. Diese großartige Leistung wurde leider durch ein Missgeschick in Theresas Finalkampf überschattet.

 

Theresa startete mit dem Fight und beherrschte ihre Gegnerin von Anfang an. Sie erarbeitete sich einen nicht mehr einzuholenden Vorsprung und bewegte sich in der dritten Runde nur noch locker und in ausreichender Distanz, um den Kampf kraftsparend für das noch anstehende Finale im Pointfight über die restliche Zeit der letzten Runde zu bringen. Dabei knickte sie plötzlich um. Verletzungsbedingt musste der Kampf abgebrochen und Theresa zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden. Damit war leider auch der Finalkampf im Pointfight hinfällig, den Gegnerin Sila Kiray vom Boxclub Lübeck damit kampflos für sich entschieden hatte.

 

Großer Respekt gebührt Caner Demir vom SC der über das komplette Turnier als Kampfrichter im Einsatz war.

 

Trainer Dirk Pekrul war mit der Leistung der Kämpferin und Kämpfer trotzdem hoch zufrieden: „Bezüglich unserer Vorzeigekämpferin Theresa besteht nun die Hoffnung, dass sich die Verletzung nicht als allzu schlimm erweist und dass sie schnellstmöglich wieder für den SC auf Medaillenjagd gehen kann. Doch auch so ist der Ausgang der DM eine wichtige Lektion für Theresa. Niederlagen und Verletzungen gehören zum Sport dazu. Und den richtigen Umgang mit diesen Rückschlägen zu erlernen, kann die Zielstrebigkeit im Leben erhöhen und den Durchhaltewillen - nicht nur im Sportalltag - stärken“, so der Trainer abschließend.

 

 

 

Ergebnisse:

 

Luca Romano, Pointfight Junioren -69 kg: 1. Platz

 

Luca Romano, Leichtkontakt Junioren -69 kg: 3. Platz

 

 Theresa Pekrul, Pointfight Juniorinnen -55 kg: 2. Platz

 

Theresa Pekrul, Leichtkontakt Juniorinnen -55 kg: 2. Platz

 

Constantin Zwiegela, Pointfight Older Cadets +69 kg: 3. Platz

 


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