26. April 2026
Ein herausragender internationaler Erfolg für Theresa Pekrul aus Münster-Sarmsheim: Beim WAKO World Cup 2026 in Bangkok stellte sie sich erstmals ausschließlich der Konkurrenz in der Erwachsenenklasse (Elite) – und das mit beeindruckendem Ergebnis.
Gemeinsam mit ihrem Vater und Coach Dirk Pekrul reiste sie bereits am 2. April nach Thailand. Die Tage bis zur offiziellen Waage am 7. April waren geprägt von intensivem Training und konsequenter Gewichtskontrolle. Gerade in der 55-kg-Klasse ist höchste Disziplin gefragt, da bereits kleinste Überschreitungen zur Disqualifikation führen. Theresa meisterte diese Herausforderung punktgenau.
Sie startete für den Sportclub Rhein-Nahe e.V. in den Disziplinen Leichtkontakt (-55 kg und -60 kg) sowie Pointfighting (-60 kg). Zusätzlich trat sie über WAKO Deutschland auch in der Klasse Pointfighting -55 kg an.
Leichtkontakt: Starker Einstieg gegen internationale Top-Konkurrenz
Die Kämpfe begannen am Freitag mit der Disziplin Leichtkontakt. Gleich zu Beginn traf Theresa auf eine Gegnerin aus Thailand – eine besondere Situation, da Muay Thai dort Nationalsport ist und viele Athletinnen über große Kampferfahrung verfügen. Dennoch ließ sich Theresa davon nicht beeindrucken und zog souverän ins Finale ein.
In der Klasse -55 kg wartete dort mit Khurshida Jalilova (Usbekistan) die aktuelle Weltranglistenerste. In einem sehr hart geführten und intensiven Kampf musste sich Theresa nach einer umstrittenen Entscheidung geschlagen geben und sicherte sich die Silbermedaille.
In der Klasse -60 kg kam es erneut zum Aufeinandertreffen mit Jalilova – diesmal jedoch mit einem anderen Ausgang: Theresa zeigte eine starke Leistung und konnte sich klar durchsetzen. Damit sicherte sie sich ihre erste Goldmedaille bei einem World Cup.
Rückschlag und Comeback
Die intensiven Kämpfe forderten ihren Tribut: Am Abend machte sich eine Rückenverletzung bemerkbar, die zunächst das vorzeitige Turnier-Aus befürchten ließ. Doch mit Unterstützung ihrer Physiotherapeutin, die per Videoanruf genaue Anweisungen zum Tapen gab, entschied sich Theresa, weiterzukämpfen.
Pointfighting: Taktische Meisterleistung trotz Verletzung
Am Samstag standen die Pointfighting-Wettbewerbe an. Aufgrund der Rückenprobleme stellte Theresa ihre Taktik um und verzichtete weitgehend auf Kicks – eigentlich eine ihrer größten Stärken.
Trotz dieser Einschränkung gewann sie ihre ersten Kämpfe gegen Gegnerinnen aus Thailand ausschließlich mit präzisen Handtechniken, darunter auch ein Sieg durch technischen Knockout.
Im Finale der Klasse -55 kg traf sie auf die amtierende Weltmeisterin und Weltranglistenerste Tirill Nanett Bjornstad Naess (Norwegen). In einem engen Kampf musste sie sich knapp mit 0:2 geschlagen geben und gewann erneut Silber.
Revanche und zweites Gold
Der Ehrgeiz war geweckt – denn Theresa wusste, dass sie in der Klasse -60 kg erneut auf die Norwegerin treffen würde. Dieses Mal setzte sie wieder verstärkt ihre Kicks ein und punktete mit starken Treffern, insbesondere zum Kopf. Die Revanche gelang eindrucksvoll mit einem 4:1-Sieg.
Im anschließenden deutschen Finale wartete mit Kiara Mager eine weitere Top-Athletin – ehemalige Bundeskadertrainerin von Theresa im Juniorenbereich und ebenfalls Weltranglistenerste. In einem hochklassigen und hart umkämpften Duell setzte sich Theresa denkbar knapp durch und sicherte sich ihre zweite Goldmedaille.
Beeindruckende Medaillenbilanz
Am Ende eines intensiven Turniers stand Theresa gleich viermal auf dem Podest:
🥇 Gold – Leichtkontakt -60 kg
🥇 Gold – Pointfighting -60 kg
🥈 Silber – Leichtkontakt -55 kg
🥈 Silber – Pointfighting -55 kg
Teamarbeit und Unterstützung für andere Athleten
Neben ihren eigenen Kämpfen übernahmen Theresa und Dirk Pekrul in Bangkok auch Verantwortung für andere Sportler. Sie betreuten Mali Ristov von der Kampfkunstschule Lopez sowie Daniela Stoffle aus Österreich, die ohne ihre Heimtrainer angereist waren.
Beide Athletinnen wurden während ihrer Kämpfe intensiv begleitet und unterstützt. Auch sie konnten sich über starke Leistungen und eine erfolgreiche Medaillenausbeute freuen. Dieses Miteinander zeigt den besonderen Teamgeist im internationalen Kickboxsport – unabhängig von Vereins- oder Landesgrenzen.
Stolz und Ausblick
Coach Dirk Pekrul zeigte sich mit der Leistung seiner Tochter hochzufrieden:
„Theresa hat sehr konzentriert gekämpft, ihren Stil clever angepasst und ihre Aktionen gezielt eingesetzt. Besonders beeindruckend war, wie sie trotz der Verletzung Lösungen gefunden hat.“
Die Schmerzen rückten angesichts der Erfolge zunächst in den Hintergrund, dennoch wurde am Abend eine Kontrolle im Bangkok Hospital durchgeführt.
Für Theresa geht es direkt weiter: Sie bleibt in Thailand, um sich auf den nächsten World Cup im Mai in Antalya vorzubereiten.
Neben den sportlichen Erfolgen bleibt vor allem die Erfahrung: In einem Land zu kämpfen, in dem Kampfsport einen ähnlich hohen Stellenwert hat wie Fußball in Deutschland, macht diesen Wettkampf zu etwas ganz Besonderem.










